OpenWebif ist die Weboberfläche von Enigma2 – die Basis für praktisch jede Companion-App (siehe Remote-Control-Apps) sowie für den direkten Browserzugriff auf die Box. Wer sich einmal mit OpenWebif vertraut macht, versteht damit auch viele andere Enigma2-Werkzeuge deutlich besser, da sie alle auf derselben API aufsetzen.
Stand: OpenATV 7.x. Es gibt ein klassisches und ein moderneres Interface, umschaltbar über die Einstellungen (Zahnrad-Symbol → "Use Classic Interface"/"Neues Design nutzen").
IP-Adresse der Box ermitteln (im Boxmenü unter Netzwerkeinstellungen, im Router, oder per arp -a in der Kommandozeile des PCs) und im Browser aufrufen (http://<IP-Adresse>). Ohne gesetztes Zugriffspasswort ist ausschließlich der lokale Zugriff möglich – für FTP/SSH/Telnet-Zugriff ist bei aktuellen Images ohnehin ein gesetztes Passwort Pflicht (Menü → Einstellungen → System → Netzwerk → Passwort einrichten).
- Boxname, Ein-/Ausschalt-Schalter (Standby, nicht Deep Standby), aktuell laufende Sendung mit EPG-Kurzinfo.
- Fernsehen/Radio: Bouquet-Ansicht, Sortierung nach Anbieter/Empfangsweg, "Alle Sender" (Inhalt der LameDB – dem Suchlauf-Ergebnis, unabhängig von den Bouquets, die nur Verknüpfungen auf diese Sender enthalten).
- EPG: Multi-EPG in Zeitschriften- oder Zeitstrahl-Ansicht, Volltextsuche über alle Sender (auch auf Favoriten einschränkbar), direktes Setzen von Aufnahme-Timern, Umschalt-Timern oder Autotimern aus dem EPG heraus.
- Aufzeichnungen: Ordnerstruktur/Unterordner der Aufnahmen einsehbar, Aufnahmen abspielen, umbenennen, löschen oder herunterladen.
- Bouquet-Editor: vollwertiger Kanallisten-Editor direkt im Browser (Drag & Drop, Marker einfügen, Export/Import) – deckt viele Funktionen der PC-Kanaleditoren ab, ohne zusätzliche Software.
- Terminal: Kommandozeilenzugriff direkt im Browser – praktisch, wenn kein separater SSH-Client zur Hand ist oder man mit SSH/Telnet nicht vertraut ist.
- Satelliten-Finder: Live-Signalanzeige zur Antennenausrichtung, größer und kontrastreicher lesbar als auf den meisten Smartphone-Apps.
Virtuelle Fernbedienung mit automatisch aktualisierbarem Bildschirmfoto (Intervall einstellbar) – praktisch für Remote-Support, z. B. bei Familie, die sich mit der Box nicht auskennt: Man sieht per Screenshot genau, was auf dem Fernseher passiert, und kann die Box komplett fernsteuern. Zusatzfunktionen: Nachricht auf den Fernseher der Box schicken (OSD-Meldung), sowie ein "T"-Button für direkte Texteingabe.
- Erfordert einen installierten VLC-Player auf dem Zugriffsgerät; beim Klick auf einen Sender liefert OpenWebif eine M3U8-Playlist, die der Browser an VLC übergeben soll.
- Chrome: lädt die M3U8 herunter statt sie direkt zu öffnen – im Download-Bereich des Browsers "Dateien dieses Typs immer öffnen" aktivieren, dann übernimmt VLC automatisch.
- Safari (macOS): unter Einstellungen → Websites → automatische Wiedergabe → "für alle Websites erlauben" aktivieren.
- Transkodiertes Streaming: Bei Boxen mit Transcoding-Unterstützung lässt sich statt des unbearbeiteten Transportstreams (z. B. 15 Mbit/s) ein komprimierter Stream abrufen (Handy-Symbol neben dem Sender) – deutlich bandbreitenschonender und empfehlenswert für Zugriff von außerhalb des Heimnetzes.
- Wichtiger Hinweis zu Fernzugriff via VPN: Ein normaler (nicht transkodierter) Transportstream verbraucht durch den VPN-Tunnel-Overhead noch mehr Bandbreite als ohnehin schon – bei gleichzeitiger Internetnutzung im Heimnetz (Streaming, andere Geräte) kann das schnell zu Rucklern führen. Für Fernzugriff daher grundsätzlich Transkodierung nutzen.
- Direkter Portzugriff (8001/8002) ohne Verschlüsselung aus dem öffentlichen Internet wird nicht empfohlen (unverschlüsselt, potenziell unsicher) – siehe VPN-Fernzugriff für einen sichereren Weg.
Menü → Erweiterungen → OpenWebif (bzw. entsprechender Menüpunkt in den Einstellungen):
- Authentifizierung für HTTP aktivieren: erzwingt Login mit Benutzername/Passwort – bei Zugriff aus dem Internet zwingend empfohlen.
- HTTPS aktivieren: verschlüsselt die Kommunikation zwischen Browser und Box mit einem selbstsignierten Zertifikat (Browser zeigt dafür eine Sicherheitswarnung, die einmalig bestätigt werden muss).
- HTTP-Port ändern: Standard ist Port 80; ein anderer Port kann sinnvoll sein, um bei Zugriff von außen den Dienst weniger offensichtlich zu machen.
- Vor dem Stream umschalten: schaltet beim Streamen eines anderen Kanals auch die Box selbst auf diesen Kanal um – bei Einzeltuner-Boxen ggf. unerwünscht, wenn gerade jemand anderes am Fernseher fernsieht.
- Streaming-Port: falls geändert, muss das auch in jeder verwendeten Client-App/-Anwendung angepasst werden.