FBC steht für Full Band Capture – ein Tunerkonzept, das ab ca. 2015 bei VU+ eingeführt und später auch von Gigablue und Dreambox übernommen wurde. Die Grundidee: Eine einzelne FBC-Tunerkarte nimmt nicht nur ein Signal ab, sondern erfasst das komplette Frequenzband einer Satelliten-Zuleitung auf einmal und stellt daraus mehrere virtuelle Tuner (Demodulatoren) bereit – ohne dass dafür mehrere physische Kabel zur Box laufen müssen.
Das ausführlichste Erklärvideo der Kategorie (Dreambox "FBC Twin Tuner – Was geht (nicht)", 2017) räumt mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Die 8 Demodulatoren einer FBC-Karte können nicht beliebig gleichzeitig irgendeinen Transponder empfangen. Innerhalb einer Ebene (Polarisation/Frequenzbereich, z. B. horizontal-low) lässt sich zwar mehrfach gleichzeitig empfangen, ein Wechsel der Ebene für eine zusätzliche Aufnahme/PiP ist aber nur begrenzt parallel möglich – für die volle theoretische Bandbreitennutzung ist zusätzlich ein Unicable/Unicable-JESS-fähiger Multischalter/LNB nötig. Wer FBC ohne Unicable betreibt, bekommt also weniger gleichzeitige unabhängige Aufnahmen, als die Werbung suggeriert.
Der 2019 nachgereichte Dreambox FBC-DVB-C-Tuner umgeht diese Komplexität für Kabelkunden komplett: Da das komplette Kabelfrequenzband ohnehin permanent am Hausanschluss anliegt (kein Unicable-Verfahren nötig), stehen dort die vollen virtuellen Tuner ohne die genannte Ebenen-Einschränkung zur Verfügung.
FBC lohnt sich vor allem, wenn ohnehin ein Unicable-fähiger Multischalter/LNB vorhanden ist oder für Kabelkunden. Bei einer klassischen Mehrkabel-Installation (eine Leitung pro Tuner) bringt ein klassischer Multituner mit derselben Anzahl an Tunerslots oft eine unkompliziertere und vorhersagbarere Aufnahmefähigkeit als eine FBC-Karte mit nur zwei Zuleitungen.