Neben den reinen Anzeige-Optionen der einzelnen EPG-Ansichten gibt es ein separates Konfigurationsmenü, das steuert, welche EPG-Datenquellen die Box überhaupt einliest und wie die EPG-Datenbank verwaltet wird.
Stand: OpenATV 7.x. Menüpfade können sich je nach Version leicht unterscheiden.
Menü → Einstellungen → EPG → EPG.
- Speicherort: Standardmäßig empfiehlt sich interner Speicher (schnellster Zugriff); ein Netzwerkpfad (NAS) wird nicht unterstützt.
- Geplantes Laden/Speichern: Die EPG-Datei (
epg.dat) kann zyklisch (in Stunden konfigurierbar) automatisch geladen bzw. weggeschrieben werden – im Normalfall sollte das aktiviert bleiben, ein Deaktivieren ergibt vor allem in Problemfällen Sinn.
- Ungültige EPG-Daten korrigieren: sollte aktiviert bleiben, damit eine durch harten Ausschalt-Vorgang o. Ä. beschädigte EPG-Datenbank automatisch bereinigt wird.
¶ EPG-Datenquellen (Standards)
Enigma2/OpenATV kann mehrere unterschiedliche EPG-Datenstandards parallel einlesen – je nachdem, welche Sender/Anbieter man empfängt, sind unterschiedliche Quellen relevant:
- EIT (Event Information Table) – der reguläre DVB-EPG-Standard, verteilt vom jeweils empfangenen Transponder selbst; enthält die eigentlichen Sendungsdaten inkl. Vorschau. Sollte praktisch immer aktiviert sein, da ohne EIT keine vollständigen EPG-Daten vorliegen. Deutsche Privatsender bieten im EIT meist nur ca. 7 Tage Vorlauf, ARD/ZDF teils deutlich mehr.
- MHW (Media Highway) – EPG-Format u. a. relevant für Anbieter auf 13°Ost und 19,2°Ost (z. B. ZIFRA/Polen, Digital+/Spanien).
- Freesat-EPG – für Freesat-Sender auf 28,2°Ost (Direktempfang aus Großbritannien).
- ViaSat-EPG – für Sender des schwedischen Anbieters Viasat auf 4,8°Ost.
- Netmed-EPG – u. a. relevant für den griechischen Anbieter Nova auf 13°Ost.
- Virgin-EPG – für englischsprachige Sender von Virgin Media.
- OpenTV-EPG – eigenständiges, proprietäres EPG-Format der (2010 von der Kudelski-/Nagra-Gruppe übernommenen) Firma OpenTV; hat nichts mit den Enigma2-Images "Open ..." zu tun. Wird von OpenATV mitgelesen, ist aber standardmäßig nicht aktiv.
Faustregel: Nur die Quellen aktivieren, die zu den tatsächlich empfangenen Sendern passen – wer ausschließlich Astra 19,2°Ost empfängt, kommt in der Regel mit EIT allein aus.
- Maximale Anzahl Tage im EPG: Standard 7 Tage, lässt sich erhöhen (z. B. auf 14 Tage), begrenzt aber natürlich nicht den tatsächlich vom Sender gelieferten Vorlauf.
- Alte Sendungen im EPG behalten (in Minuten): Standardmäßig 0 (deaktiviert). Ein Wert > 0 (z. B. 120 Minuten) sorgt dafür, dass bereits beendete Sendungen für die eingestellte Dauer weiterhin im EPG sichtbar bleiben (in der Listenansicht meist grau dargestellt) – praktisch, um nachträglich den Titel einer gerade zu Ende gegangenen Sendung nachzuschlagen oder darüber einen Autotimer/eine EPG-Suche nach Wiederholungen anzustoßen.
- EIT/AIT weiterverteilen: Wird die Box selbst als Streaming-Quelle für Client-Receiver genutzt, sollten EIT- und ggf. AIT (Application Information Table) mit weitergegeben werden – AIT wird u. a. für HbbTV benötigt, damit auch auf der Client-Seite HbbTV-Funktionen nutzbar sind.
- SDT/BAT: Service Description Table (Programmbeschreibungstabelle, informiert über gesendete Programme und weitere Datenströme auf dem Transponder) bzw. Bouquet Association Table – standardmäßig deaktiviert, für den normalen Alltagsbetrieb i. d. R. nicht relevant.
- Altersfreigabe/Ereignisbewertung und EPG-Genre-Informationen: jeweils mit automatischer Erkennung sowie einer speziellen Option für Australien; in Deutschland im DVB-Datenstrom kaum relevant.