Enigma2 kann sowohl auf Netzwerkfreigaben (NAS, PC, andere Enigma2-Boxen) zugreifen als auch selbst Freigaben für andere Geräte bereitstellen. Praktisch z. B., um Aufnahmen direkt aufs NAS zu schreiben, von einer anderen Box aus auf deren Festplatte zuzugreifen, oder Aufnahmen im Netzwerk mit anderen Geräten (Smartphone, Media-Center) zu teilen.
Stand: OpenATV 7.x. Bei SMB/Samba-Freigaben haben sich die Mindestanforderungen an die Protokollversion in den letzten Jahren verschärft (SMBv1 gilt als unsicher und wird von aktuellen Betriebssystemen/NAS-Systemen nicht mehr angeboten) – die hier genannten Protokolleinstellungen im Zweifel gegen die aktuelle OpenATV-Version prüfen.
- SMB/CIFS (Samba): benötigt zwingend Benutzername und Passwort auf der Gegenstelle; das ist das Protokoll, mit dem sich z. B. Windows-PCs oder die meisten NAS-Systeme (Synology, QNAP) am einfachsten einbinden lassen.
- NFS: das unter Linux native Freigabeprotokoll, regelt den Zugriff meist über IP-Adressen/Netzwerksegmente statt Benutzerkonten. Trotz der technischen Nähe zu Enigma2 (ebenfalls Linux-basiert) zeigte sich in der Praxis, dass SMB/CIFS oft einen höheren Durchsatz liefert als NFS.
- Auf dem NAS: gewünschten Netzwerkdienst (SMB und/oder NFS) aktivieren, Freigabeordner anlegen und Berechtigungen (Benutzer/Passwort bei SMB, IP-Bereich bei NFS) vergeben.
- Auf der Box: blaue Taste → Mounts → Mountverwaltung → Netzwerk-Browser verwenden, um im Netz gefundene Freigaben komfortabel auszuwählen (alternativ manuelle Eingabe von Server/Pfad).
- Bei SMB: Benutzername/Passwort der Gegenstelle eingeben. Bei NFS: keine Zugangsdaten nötig, dafür muss die Box-IP auf NAS-Seite freigegeben sein.
- Einbindungsmethode wählen: AutoFS (empfohlen für Freigaben, die nicht permanent verfügbar sein müssen – wird nur bei tatsächlichem Zugriff gemountet, verzögert dadurch den Bootvorgang nicht) vs. fstab (wird schon vor dem Start von Enigma2 fest gemountet – nur sinnvoll, wenn die Freigabe wirklich als Festplattenersatz dient und die Gegenstelle dauerhaft erreichbar ist, z. B. ein 24/7 laufendes NAS; andernfalls kann sich der Bootvorgang durch das NFS-/SMB-Timeout – typischerweise mehrere Minuten – erheblich verzögern).
- Bei AutoFS landet die Freigabe standardmäßig unter
media/autofs, bei anderen Einbindungsarten meist unter media/net.
Damit ein Timer auf eine Netzwerkfreigabe statt die lokale Festplatte aufnimmt, braucht es ein Enigma2-Lesezeichen auf den entsprechenden Pfad:
- Enhanced Movie Center (EMC) öffnen → Menü → Enigma2-Lesezeichen öffnen → zur Dateiliste wechseln → zum Mountpunkt der Freigabe navigieren (nicht in den Zielordner selbst hineingehen, sonst wird ein falscher Pfad übernommen) → mit der blauen Taste als Lesezeichen hinzufügen.
- Beim Anlegen eines Timers lässt sich der Zielordner nun über dieses Lesezeichen auswählen.
- Um die Freigabe dauerhaft als Standard-Aufnahmepfad zu setzen: Menü → Aufnahme & Timeshift → Aufnahmen → Standard-Filmverzeichnis über das Lesezeichen auswählen.
Für den Zugriff auf bereits vorhandene Aufnahmen im EMC ohne Timer-Bezug lässt sich zusätzlich ein Systemlink im gewohnten movie-Ordner anlegen (EMC → Menü → Systemlink erstellen → zum Zielpfad der Freigabe navigieren, dort den kompletten Pfad stehen lassen statt hineinzunavigieren, mit OK bestätigen).
Enigma2 bringt selbst einen SMB-Server mit, über den sich die eigene Festplatte anderen Boxen im Netz zugänglich machen lässt – praktisch, wenn z. B. mehrere Boxen im Haushalt jeweils eigene Aufnahmen anlegen und gegenseitig darauf zugreifen sollen sollen.
- Zugangspasswort einrichten: Menü → Einstellungen → System → Netzwerk → Passwort einrichten. Seit den verschärften Sicherheitsanforderungen ist ein gesetztes Passwort für den SMB-Zugriff zwingend erforderlich.
- Einbindung der Freigabe auf der Gegenstelle erfolgt wie bei einer NAS-Freigabe (siehe oben) über den Netzwerk-Browser, ebenfalls mit Benutzername/Passwort.
- Protokollversion: Ältere, unsichere SMBv1-Verbindungsparameter werden von aktuellen Systemen nicht mehr unterstützt. In den Freigabe-Verbindungsoptionen sollte mindestens SMB 2.0 (
vers=2.0), empfohlen SMB 3.0.2 mit expliziter Authentifizierungsmethode (vers=3.0.2,sec=ntlmssp) eingetragen werden – die exakt unterstützte Mindestversion hängt von der jeweiligen OpenATV-Version ab und sollte im Zweifel im aktuellen Forenthread der eigenen Version geprüft werden.
- Zugangsdaten werden nach einmaliger Eingabe unter Mountverwaltung → Benutzerverwaltung gespeichert und müssen erst nach deren Löschung erneut eingegeben werden.